Nibelungensteig – Etappe 5A

Die fünfte Etappe führt von Hesselbach nach Amorbach und hat ca. 29 km mit 772 Höhenmeter bergauf. Zuviel für einen kurzen Wintertag entschied ich, den Horror von Etappe 1 noch gut im Gedächtnis.

Also machte ich mich am Samstag, 14.11.2020, ab nach Hesselbach und startete dort Etappe 5. Ziel war es an diesem Tag dem Nibelungensteig bis nach Preunschen zu folgen. Der Steig führte mich in den Wald rund um Hesselbach und nach kurzer Zeit kam ich an das Dreiländereck mit dem Drei-Länder-Stein.

Drei-Länder-Stein

Es war herrliches Wetter und der Duft des Waldes sowie die Bewegung liesen die Endorphine tanzen. Ich lag super in der Zeit und freute mich auf die nächste Sehenswürdigkeit „Breitenbach“ ein seit dem 19. Jahrhundert verlassenes Dorf. Ich stellte mir vor wie unheimlich und faszinierend zugleich das Gefühl sein muss ein verlassenes Dorf zu betreten. Der Weg wurde mit alten Wegweiser gesäumt, die kleine physikalische Wunder waren.

Doch leider wurde mir plötzlich verwehrt weiterzugehen.

Ohne Vorwarnung war mitten im Wald der Weg gesperrt

Weder wurde vorher irgendwo angekündigt, dass man heute dort nicht langgehen kann, noch habe ich etwas dazu im Netz gefunden. Keine Umleitung, kein Hinweis, einfach nichts – ein großes „Fuck off, Wanderer! Der Wald gehört heute uns!“ stand da nun im Raum bzw. im Wald. Ein Paar, das bereits verzweifelt an der Absperrung stand als ich ankam, hatten ihre Wanderkarte ausgebreitet und suchten nach einer Lösung. Auch ich warf einen kurzen Blick darauf und entschied mich dann für einen kurzen Umweg, um später wieder auf den Nibelungensteig zu kommen. Doch wo die Karte meiner App wunderbare Wege zeichnete, waren teilweise keine bzw. nur unbefestigte Wege vorzufinden. Es ging steil bergab, nur der groben Richtung folgend. Unten angekommen, wollte ich endlich wieder auf den Nibelungensteig.

Als dieser Weg erneut gesperrt war, fragte ich laut in den Wald hinein, ob das deren Ernst ist. Ich bekam leider keine Antwort und wenn mich jemand gehört hat, wird er wohl fett gegrinst haben. Also musste ich weiterhin mit der App navigieren und irgendwie versuchen so gut es geht in der Nähe des Steigs zu bleiben ohne meinen Arsch weggeschossen zu bekommen. Das verlassene Dorf lag leider unerreichbar im Jagdgebiet und konnte an diesem Tag nicht von mir besichtigt werden. Irgendwann führte kein Weg daran vorbei auch noch den Breitenbach zu überqueren. Meine Meindl Wanderschuhe haben diesen Härtetest mit Bravour bestanden: Meine Füße blieben trocken.

Das Manöver der halsbrecherischen Bachüberquerung zahlte sich bald aus: Ein grünes „N“ bestätigte mir, dass ich bald wieder auf dem Nibelungensteig wäre.

Nachdem das grüne N endlich wieder rot wurde, ging es steil bergauf nach Preunschen. Für mich war an diesem Tag beim Wattenbacher Haus nach 16 km Schluss. Teil 2 von Etappe 5 folgte am Tag darauf.

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